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Weinjahr 2017

Weltweit war 2017 die niedrigste Weinproduktion seit Jahren zu verzeichnen. In Österreich konnte eine mengenmäßig und auch qualitativ eine sehr gute Weinernte gelesen werden. Auch 2017 traten wieder Spätfröste und der Hagel auf, richteten jedoch weitaus weniger Schaden als im Vorjahr an. Lediglich das Weinviertel hatte eine geringere Ernte als im Durchschnitt, verursacht durch extreme Trockenheit in einem der heißesten Sommer seit langer Zeit.

Generell zeichnete sich das Jahr durch stetigen Temperaturwechsel aus, der für wettermäßige Rekorde sorgte. Es begann mit dem kältesten Januar der letzten 30 Jahre, der zudem sehr trocken war, der Februar hingegen war außerordentlich warm. Darauf folgte der wärmste März, der in 251 Jahren jemals registriert wurde, in Folge begann die Blüte der entsprechenden Pflanzen bereits früher. Auch die Trockenheit seit Jahresbeginn setzte sich in den Weinbaugebieten fort. Temperaturmäßig bot der nachfolgende April wieder das Gegenteil: Der kühlste April seit 9 Jahren brachte in der zweiten Monatshälfte einen massiven Kaltlufteinbruch, der Frostschäden nicht nur bei der früh begonnenen Apfelblüte verursachte. Diese Aprilkälte verringerte auch wieder den bis dahin bereits vierzehntägigen Vegetationsvorsprung. Als Kontrast war der Mai wieder überdurchschnittlich warm, im Juni stiegen die Temperaturen weiter – es war der zweitwärmste in 251 Jahren Wetteraufzeichnungen.

Die Weinlese hatte entsprechend dem Reifevorsprung von knapp zwei Wochen bereits früh begonnen, doch nach einem Drittel der Erntezeit machte der Folgemonat einen leichten Strich durch die Rechnung. Der kühle und tendenziell feuchte September 2017 führte zwar immer wieder zu unerwünschten Leseunterbrechungen, der Oktober zeigte sich dafür hingegen freundlich, sodass die Weinlese bereits Mitte Oktober zum größten Teil abgeschlossen war. Die sehr gute Traubenqualität erlaubte auch die landesweite Anhebung der Hektarhöchstertragsmenge um die zulässigen 20 Prozent, damit die betroffenen Betriebe ihre letztjährigen Ernteausfälle zumindest teilweise ausgleichen konnten.

Sehr zufrieden ist man im Burgenland mit dem überdurchschnittlichen Ernteergebnis. Traten doch erfreulicherweise die negativen Wetterunbilden des letzten Jahres – wenn überhaupt – nur sehr kleinräumig auf. Der sehr frühe Lesebeginn hatte im Nordburgenland zudem den Vorteil, dass die Regenfälle im September nur mehr einen geringen Teil der Trauben trafen. So war man Anfang Oktober oft schon weitgehend mit der Lese fertig.

Auch im Mittelburgenland waren die kleinbeerigen lockeren Blaufränkischtrauben nach entsprechender Pflege perfekt ausgereift und gesund. Eine Winzerin beschreibt es so: „Dieser Jahrgang wird lange in Erinnerung bleiben – ein Jahr wie es im Bilderbuch steht.“ Die geernteten Trauben brachten auch eine gute Säurestruktur. Somit war eine gute und saubere Vinifizierung möglich, schließlich sind bei der Maischegärung der Rotweine die mikrobiologischen Anforderungen diffizil. Das Ergebnis der heurigen Bemühungen sind sehr fruchtige und sortentypische Weine mit gutem, dichtem Körper, der sich am Gaumen sehr elegant präsentiert.

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